Projektziele

Die Sicherung der Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen - abseits des (eigenen) Pkw - durch neue Angebote oder Betriebsformen ist Teil der Daseinsvorsorge. Der Landkreis OPR war vor diesem Hintergrund bis September 2018 Modellregion für die Langfristige Sicherung von Versorgung und Mobilität in ländlichen Räumen des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). Im Rahmen des Modellvorhabens (Mobil.Dasein.OPR!) wurde eine Mobilitätsstrategie erarbeitet, deren Ziel es ist, die Erreichbarkeit der Versorgungsangebote auch ohne eigenen Pkw langfristig zu sichern. Die Strategie will herkömmliche Angebote und Strukturen des ÖPNV mit innovativen flexiblen Mobilitätsformen kombinieren, mit denen die Menschen die regionalen Versorgungsorte (die auch die Funktion von Mobilitätsknoten übernehmen) mit einem vertretbaren zeitlichen und finanziellen Aufwand erreichen können.

Das Projekt OhneAutoMobil_OPR verfolgt das übergeordnete Ziel, die Erreichbarkeit von regionalen Versorgungsangeboten auch ohne eigenen Pkw zu gewährleisten. Dabei entwickelt das Projekt vielfältige Wirkungen und zahlt überdies auf unterschiedliche Teilziele ein.

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Soziale Teilhabe

Mobilität ist Grundvoraussetzung für soziale Teilhabe. Insbesondere für Kinder/Jugendliche, Senioren sowie ökonomisch schlechter gestellte Bevölkerungsgruppen, kann durch das flexibel ausgerichtete neue Angebot ein verbesserter Zugang zu Mobilität gewährleistet werden, da Mobilität auch ohne eigenes Auto sichergestellt werden kann. Durch die im Projekt angestrebte langfristige Sicherung der Erreichbarkeit der Versorgungsangebote auch ohne eigenen Pkw kann die soziale Teilhabe somit verbessert werden. Ziel des Projektes ist es, Mobilität für die gesamte Bevölkerung zu gewährleisten. Insbesondere soll durch eine Entwicklung digitaler Angebote niemand ausgeschlossen werden. Vielmehr sollen so viele Menschen wie möglich auf dem Weg der fortschreitenden Digitalisierung mitgenommen werden. Dazu sollen Smartphone-Schulungen angeboten werden. Zusätzlich sollen Busschulungen durchgeführt werden, um auch Mobilitätseingeschränkten die Nutzung des ÖPNV näher zu bringen und Eintrittsbarrieren abzubauen.

Im Sinne eines kontinuierlichen Verbesserungsprozesses, wurde im Landkreis eine Vernetzungsstelle geschaffen, um den Partizipationsprozess zum Thema Mobilität zu verbessern.
Ansprechpartnerin für alle Mobilitätsbelange im Landkreis ist die Mobilitätsmanagerin Elisabeth Jänsch, die sowohl per Mail, als auch telefonisch erreichbar ist. Zusätzlich werden die Projektbeteiligten bei verschiedenen Bürgerveranstaltungen immer wieder "Pulsfühlen" und in direkten Kontakt mit den Bürgern kommen.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit wird im ökologischen Kontext gestärkt, da die zu erprobenden flexiblen Mobilitätsdienste (wie bspw. On-Demand-Verkehre) die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass auf das eigene Auto verzichtet und der Anteil des MIV mittel- bis langfristig sinken wird. Die Reduzierung des MIV und damit verbunden eine Reduzierung der verkehrsbedingten Schadstoffemissionen sowie des Ressourcenverbrauchs gehen damit einher und erhöhen die positive ökologische Bilanz des Projekts. Übergreifenden Zielen zum Klimaschutz (Senkung der CO2-Emmissionen) sowie einer Aufwertung des öffentlichen Raumes (Lärmreduktion) soll das flexible Mobilitätsangebot im nächsten Schritt mit elektrisch betriebenen und ggf. autonom fahrenden Verkehrsmitteln Rechnung tragen.

Erreichbarkeit

Durch den Einsatz von flexiblen Bedienformen, die den bestehenden ÖPNV nicht kannibalisieren, sondern unter Effizienz- und Flexibilitätsgesichtspunkten ergänzen und optimieren wollen, kann der Wirtschaftsstandort Stadt gestärkt werden, da auch Randgebiete zuverlässig an die Kernstadt angeschlossen werden können. Bei einer intelligenten Ausgestaltung des Angebots kann dies zu einer verbesserten Bewertung der städtischen – sowie auch ländlich geprägten – Mobilität führen. Flexible Bedienformen können herkömmliche Linienverkehre beispielsweise in punkto Komfort und Flexibilität hervorragend ergänzen bzw. schlecht ausgelastete Linienverkehre bedarfsgerecht ersetzen. So soll beispielsweise die ÖPNV-Erschließung in Neuruppin in den Schwachlastzeiten durch das flexible Angebot verbessert werden. Ziel ist einerseits eine bessere ÖPNV-Erschließung am Wochenende und andererseits, die Teilhabe an den sozialen und kulturellen Angeboten der Metropole Berlin zu erhöhen. Auch die Erreichbarkeit der städtischen touristischen Ziele wird dadurch verbessert.

Im kommunalen Kontext ist auch die Positionierung der Stadt nach außen und innen positiv zu bewerten. Die zu erprobenden Maßnahmen dienen dem Halten und Gewinnen von Bürgern und damit einhergehend der Gewinnung von Fachkräften für die Stadt und Region. Mit einem starken Mobilitätsangebot soll die Attraktivität für potentielle Neubürger aus den Großstädten gesteigert bzw. der Wegzug der eigenen Bürger in Großstädte abgemildert werden.